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Programmdebatte Brandenburg 2030
Polen: Reise in und durch unser Nachbarland
Dienstag, 6. Dezember 2011

Melanie Balzer berichtet von Ihrer Bildungsreise nach Polen

2011-11-28 mp.jpgIn vier Tagen Polen kennen lernen. In vier Tagen erfahren, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Brandenburg bestehen. Neben 15 weiteren Teilnehmern des Qualitätszirkels der Brandenburger SPD folgte ich Ende November der Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung unser Nachbarland zu entdecken. Zuvor hatte ich es nie weiter als bis zu den Märkten kurz hinter der Grenze geschafft. Doch die Besuche in Krakau, Warschau und Auschwitz haben mir gezeigt, wie lohnenswert die Reise und die Gespräche mit den verschiedensten Akteuren waren.

Nach einer Führung durch die Krakauer Altstadt nahm ich am ersten Tag an einem Abendessen mit Kommunal- und Landespolitikern teil. Am folgenden Tag führte die Reise nach Oświęcim. Dort erhielten wir eine vierstündige Führung durch das Stammlager Auschwitz I und das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II). Dieser Rundgang war äußerst bedrückend und stimmte mich sehr nachdenklich. Was dort zu erleben ist, ist keine steriles Museum. Es ist der Originalort der Schreckenstaten der Nationalsozialisten des Zweiten Weltkrieges. Sich vorzustellen, wie viel Leid dieser Ort erlebt hat, ist unfassbar – und doch Teil unserer Geschichte.

2011-11-29 sejm.jpgAm Abend des zweiten Tages ging die Reise von Oświęcim über Katowice nach Warschau weiter. In Warschau angekommen nahmen wir an einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Zwischen Piraten und Palikot. Haben Volksparteien eine Zukunft?“ teil. Prominenter Gast des Abends war neben dem deutschen Botschafter in Polen, Rüdiger Freiherr von Fritsch, unser brandenburgischer Ministerpräsident Matthias Platzeck.

Am dritten Tag folgte ein Gespräch mit dem Leiter des politischen Referates der Botschaft der Bundesrepublik, Andreas Krüger. Er stellte uns die poltischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland vor. Nach der Erklärung der polnischen Regierung neue Atomkraftwerke bauen zu wollen, wurde besonders die energiepolitische Frage heftig diskutiert. Im Anschluss führten wir ein Gespräch mit Marek Borowski. Der frühere stellvertretende Premierminister, Finanzminister, Parlamentspräsident und heutige Senator berichtete über seine Sicht auf Polens Entwicklung in den letzten drei Jahrzehnten. Er versuchte auch die schwierige Frage der gespaltenen, polnischen Sozialdemokratie zu erläutern.

Nach einer Stadtführung durch Warschau wurde der dritte Tag der Reise durch einen Workshop beendet. Die jungen polnischen und deutschen Kommunalpolitiker diskutierten die Möglichkeiten der Zusammenarbeit der Wojewodschaft Masowien und Brandenburgs.

2011-11-30 w. brandt.jpgNeben weiteren Gesprächen mit polnischen Journalisten und dem Präsidenten des Think Tanks „Demos Europa“, Pawel Swieboda, beeindruckte mich am letzten Tag der Besuch am Denkmal der Helden des Warschauer Ghettos. Dort kniete Willy Brandt am 7. Dezember 1970 nieder, um den Toten des Zweiten Weltkrieges zu gedenken. Kurze Zeit später unterzeichneten Polen und Deutschland den Warschauer Vertrag – eine Vereinbarung die die Beziehungen der Nachbarstaaten bis zum heutigen Tage regelt.

Ein großer Dank für die tollen Tage gilt den Organisatoren der Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau sowie den Teilnehmern des Qualitätszirkels Brandenburgs! Melanie Balzer

 

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